Der Anfang
Im Winter 1993 gründet eine Handvoll Snowboarder aus Kaufbeuren und Umgebung einen "Snowboardverein". Der Grund? Die Skifahrer und die FIS.

Anfang der 90er beginnt der Snowboardsport zu boomen. Bisher nur von einem sehr kleinen Kreis von Surfern, Skatern und gelangweilten Skifahrern betrieben, fängt die breite Masse an , Gefallen an dem "Extremsport Snowboarden" zu finden. Die letzten Liftbetreiber geben ihren Widerstand gegen die "Schaltafelfahrer" auf (schließlich bringen die immer mehr Kohle). Die lahmende Skiindustrie schreckt auf und versucht auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Und die mächtigen Skiverbände kriegen Panik, weil der Nachwuchs keinen Bock mehr aufs Skifahren hat. Also beschließen deren Oberbosse kurzerhand, dass Snowboarden eine weitere Unterdisziplin des Skifahrens sein soll (so was wie Langlaufen) und weisen ihre Vereine an, Snowboardabteilungen zu gründen. So soll der chaotische neue Sport nach ihren Vorstellungen geformt werden. Na vielen Dank.

Die Snowboarder sind ziemlich sauer. Jahrelang wurden sie ausgelacht und blockiert und jetzt sollen sie eingegliedert werden? Schluss mit Independent und rein in die Uniformität? Die ersten Proteststicker tauchen auf und zieren viele Boards. Fuck the FIS ist in aller Munde. Der damalige DSDV (Deutscher Snowboard Dachverband) ruft alle Boarder auf, den Skivereinen zuvor zu kommen und selbst einen Verein zu gründen. Snowboarden wird irgendwie ziemlich politisch, obwohl sich die meisten Boarder gar nicht für Politik interessieren.

Egal! 1993 hat KF einen Snowboardverein ("Club" genannt. Das klingt nicht so spießig). Und da es ein bisschen wenig ist, nur gegen übermächtige Skiverbände zu sein, überlegen sich die Gründungsmitglieder (xx an der Zahl), was man sonst noch so machen kann. Es werden Stadtmeisterschaften und gemeinsame Ausfahrten organisiert und monatliche Treffen abgehalten. Die anfallende Bürokratie überrascht erst mal alle (Notarbesuche, Vereinsregister, Satzung, etc.). Der erste President Jochen Wöhrle hat aber zum Glück alles im Griff.


Die Entwicklung
Der Club wird immer größer, ohne dass für ihn Werbung gemacht wird. Snowboarden ist Trendsportart. Irgendwie ist es cool im Vision in Powder Mitglied zu sein. Zwischenzeitlich sind fast 90 Mitglieder gelistet, bei den Stadtmeisterschaften machen über 70 Starter mit. Zusätzliche Angebot wie Lawinenkurse und die Vergabe von Rennlizenzen für Jugendliche werden angenommen.

Diese Entwicklung dauert Jahre an. Der eigentliche Auslöser der Vereinsgründung, die Querelen mit den Skiverbänden, gerät relativ schnell in Vergessenheit.